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Ist Meditation sinnlos?

Meditation

"Doch weder durch Drogen noch durch Fasten noch durch irgendein Meditationssystem können Sie jemals auf das Ewige, das Zeitlose stoßen." Krishnamurti

Dieser Ausspruch von Krishnamurti mag viele verwundern. Sollten sich alle Buddhisten geirrt haben und alle anderen Yogis? Kann man sich durch Meditation nicht der Wahrheit annähern, geschweige denn sie erfahren?

Ich denke man muss hier genauer hinschauen und beachten, dass Krishnamurti von Meditationssystem spricht und nicht von Meditation. Ein Meditationssystem ist eine Technik, um in den Zustand der Meditation zu gelangen. Meditation ist der Zustand der Ein-Sicht. Meditation heisst "in der Mitte sein".

Und "in der Mitte sein" ist das Erleben des Absoluten, des Zeitlosen, Unteilbaren. Hier existiert weder Bewertung, noch Trennung, noch Gewinn oder Verlust. Und hier gibt es auch kein Leid, sondern nur Glückseligkeit, nur Licht, keinen Schatten.

Im Tarot wird dieser Zustand durch die Karte "Das Universum" (oder "Die Welt") dargestellt aber auch durch "Der Narr".

Spontane Erleuchtung

Es kann durchaus passieren, dass Sie spontan erleuchtet werden in einem Moment, in dem Sie nicht damit rechnen. Es gibt ja von Zen-Buddhisten einige kuriose Anekdoten, in denen die Erleuchtung bei ganz alltäglichen Verrichtungen geschah, sogar auf der Toilette. Auch beim Gähnen und Niesen ist man für einen Moment sehr nah an der Erleuchtung.

Warum aber kann man nicht durch ein Meditationssystem die Erleuchtung erlangen? Die Antwort ist im Grunde einfach. Weil jedes Meditationssystem dualistisch ist und nur sein kann. Alles beschreibbare ist dualistisch. Und durch eine dualistische Wahrnehmung kann ich niemals das Absolute erleben. Das Absolute kann ich nur ohne Dualismus erleben. Das Absolute ist die Abwesenheit von Dualismus. Und das ist Meditation.

Wie soll man dann meditieren?

Oft wird angenommen, dass man etwas zusätzlich tun muss, um zu meditieren. Das Gegenteil ist der Fall. Man braucht einfach nur alles weg zu lassen und die Meditation stellt sich von ganz alleine ein. Auch ein Glas mit verschmutztem Wasser wird von alleine klar, wenn man es in Ruhe lässt.

Es scheint also viel nützlicher zu sein, sein Leben zu vereinfachen und auch sich selbst zu vereinfachen. Könnten wir alles um uns herum einfach nur wahrnehmen, ohne es zu kategorisieren und zu bewerten, wären wir ständig in einem meditativen Zustand und ganz ohne Mühe.

Spaziergang in der Natur

Ein schöner Spaziergang im Wald kann eine erfüllende Meditation sein, wenn Sie die Natur in ihrer ganzen Schönheit und Kraft wahrnehmen und auf Bewertung und inneren Dialog verzichten können. Auch bei Wind und Wetter ist ein Ausflug mit der richtigen Kleidung ( Fjällräven z.B.) eine bereichernde Erfahrung.

Waldsee

An einem Teich sitzen...
Bank am Teich

...und die Wellen beobachten
Wellen
und sich selbst beobachten, wie man die Wellen beobachtet...

Kommentare (0) 20.02.2008. 11:51

Glück ohne Bewertung

Lachen Weinen
"Der Geist, der ein Problem verstehen will, darf sich nicht mit dem Problem selbst befassen, sondern damit, wie sein eigener Mechanismus der Urteilsbildung funktioniert." Krishnamurti

Während einer Vorlesung sagte unser Psychologie-Dozent einen wahren Satz: "Es ist ein großer Unterschied, eine Situation zu bewerten oder zu beschreiben." Ich habe mir über dieses Thema so meine Gedanken gemacht und gehe sogar so weit, zu sagen, dass alles Unglück und alles Leid aus der Angewohnheit entsteht, die Geschehnisse des Lebens zu bewerten. Bewertung geschieht automatisch und unbewusst. Wir sehen etwas und fällen ziemlich schnell ein Urteil, manchmal so schnell, dass wir es gar nicht mitbekommen. Warum soll das aber so schlimm sein? "Man muss doch eine eigene Meinung haben!" werden Sie entgegnen. Und jetzt wird es spannend.

1. Feststellung:
"Ohne Maßstab keine Bewertung"

Um überhaupt zu einem Urteil kommen zu können brauchen wir einen Maßstab, mit dem wir die Dinge messen. Zum Beispiel sagen wir:"heute ist schlechtes Wetter. Es regnet." Zumindest sagen das die meisten. Wir haben also einen Maßstab, mit dem wir das Wetter bewerten können. Ein Maßstab ist bildlich gesehen eine Messlatte, an dessen oberem Ende das Positivste steht und am unteren Ende das Negativste. Ohne solch eine Messlatte können wir zu keinem Urteil kommen.

2. Feststellung:
"Ohne Bewertung keine Trennung"

Durch den Gebrauch unserer Wertmaßstäbe können wir also die Dinge und Geschehnisse des Lebens voneinander trennen. Wir sagen:"das ist gut, das ist besser, das ist schlecht" u.s.w.. Jedoch kommt durch diesen Vorgang des Bewertens das Phänomen "Trennung" überhaupt erst in unser Bewusstsein. Hätten wir keine Maßstäbe, kämen wir zu keinem Urteil und würden die Dinge und Geschehnisse als gleichwertig empfinden. Wir würden sie nicht voneinander trennen. Alles wäre eine Einheit, wie in der Tarotkarte "Das Universum" (oder "Die Welt").

3. Feststellung:
"Ohne Trennung kein Verlust"

Und da haben wir den Salat. Durch das Phänomen "Trennung" handeln wir uns die Möglichkeit ein, Verlust zu empfinden. Durch Maßstäbe bewerten wir. Durch die Bewertung trennen wir die Dinge und Geschehnisse in "Gut" und "Schlecht". Wir sehnen uns nach Dingen, die wir gut finden und verabscheuen solche, die wir schlecht finden. Wir leiden, wenn etwas gutes aus unserem Leben verschwindet und wir leiden, wenn etwas schlechtes in unser Leben kommt.

4. Feststellung:
"Ohne Verlust kein Leid"

Hätten wir keine Maßstäbe, könnten wir nicht bewerten, dann gäbe es keine Trennung und keinen Verlust. Und ohne Verlust wären wir glücklich, es gäbe gar kein Leid mehr. Es gäbe auch keine Ursache mehr, die Leid hervor bringt.


Sie sehen also, dass die Ursache für alles Leid und Unglück in uns selbst liegt. Wir entscheiden, ob uns etwas, jemand oder eine Situation unglücklich macht. Wir entscheiden uns, ob wir Wertmaßstäbe benutzen. Wir entscheiden welche Maßstäbe wir benutzen. Wir laden so das Leid in unser Leben ein oder lassen es sein. Denken Sie ruhig einmal darüber nach. Vielleicht finden Sie einen Fehler in der Gedankenkette, vielleicht haben Sie weitere Anregungen...

Kommentare (3) 11.02.2008. 11:36

Spiritueller Rebell Krishnamurti

Jiddu Krishnamurti - spiritueller RebellJiddu Krishnamurti wurde am 12.5.1895 in Madanapalle in Indien geboren und starb am 17.2.1986 in Ojai in Kalifornien/USA.

Er wurde aufgrund von astrologischen Prophezeiungen als ein grosser spiritueller Lehrer erkannt und verehrt. Aber bereits nach 10 Jahren seiner Laufbahn als Guru sagte er sich von dieser spirituellen Karriere los und wurde ein scharfer Kritiker aller religiösen Vereinigungen.

Er ging sogar so weit, nicht nur Glaubensgemeinschaften als unsinnig abzulehnen, sondern auch jegliche Meditationstechniken. Er war der Auffassung, dass allein die ungeteilte Aufmerksamkeit auf das, was ist zu einer wirklichen spirituellen Erfahrung wird. In diesem Zustand nimmt man nicht mehr ICH und DU getrennt wahr, sondern das SEIN. Dies ist das berühmte vedische "tat twam asi", "ich bin du und du bist ich".

Krishnamurti scheute sich ganz und gar nicht, seine Philosophie mit bedeutenden Persönlichkeiten wie Bernard Shaw, Aldous Huxley, Joseph Campbell und David Bohm zu diskutieren. Aber auch der breiten Zuhörerschaft stellte er sich und beantwortete gerne und geduldig deren Fragen. Durch seine besondere rethorische Technik brachte er die Fragesteller dazu, sich ihre Fragen selbst zu beantworten. Diese Dialoge wurden in zahlreichen Büchern festgehalten und sind äusserst spannend.

Werke von Jiddu Krishnamurti



Weitere Zitate von Jiddu Krishnamurti

"Man muss sich selbst ein Licht sein"






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