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Glück ohne Bewertung

Lachen Weinen
"Der Geist, der ein Problem verstehen will, darf sich nicht mit dem Problem selbst befassen, sondern damit, wie sein eigener Mechanismus der Urteilsbildung funktioniert." Krishnamurti

Während einer Vorlesung sagte unser Psychologie-Dozent einen wahren Satz: "Es ist ein großer Unterschied, eine Situation zu bewerten oder zu beschreiben." Ich habe mir über dieses Thema so meine Gedanken gemacht und gehe sogar so weit, zu sagen, dass alles Unglück und alles Leid aus der Angewohnheit entsteht, die Geschehnisse des Lebens zu bewerten. Bewertung geschieht automatisch und unbewusst. Wir sehen etwas und fällen ziemlich schnell ein Urteil, manchmal so schnell, dass wir es gar nicht mitbekommen. Warum soll das aber so schlimm sein? "Man muss doch eine eigene Meinung haben!" werden Sie entgegnen. Und jetzt wird es spannend.

1. Feststellung:
"Ohne Maßstab keine Bewertung"

Um überhaupt zu einem Urteil kommen zu können brauchen wir einen Maßstab, mit dem wir die Dinge messen. Zum Beispiel sagen wir:"heute ist schlechtes Wetter. Es regnet." Zumindest sagen das die meisten. Wir haben also einen Maßstab, mit dem wir das Wetter bewerten können. Ein Maßstab ist bildlich gesehen eine Messlatte, an dessen oberem Ende das Positivste steht und am unteren Ende das Negativste. Ohne solch eine Messlatte können wir zu keinem Urteil kommen.

2. Feststellung:
"Ohne Bewertung keine Trennung"

Durch den Gebrauch unserer Wertmaßstäbe können wir also die Dinge und Geschehnisse des Lebens voneinander trennen. Wir sagen:"das ist gut, das ist besser, das ist schlecht" u.s.w.. Jedoch kommt durch diesen Vorgang des Bewertens das Phänomen "Trennung" überhaupt erst in unser Bewusstsein. Hätten wir keine Maßstäbe, kämen wir zu keinem Urteil und würden die Dinge und Geschehnisse als gleichwertig empfinden. Wir würden sie nicht voneinander trennen. Alles wäre eine Einheit, wie in der Tarotkarte "Das Universum" (oder "Die Welt").

3. Feststellung:
"Ohne Trennung kein Verlust"

Und da haben wir den Salat. Durch das Phänomen "Trennung" handeln wir uns die Möglichkeit ein, Verlust zu empfinden. Durch Maßstäbe bewerten wir. Durch die Bewertung trennen wir die Dinge und Geschehnisse in "Gut" und "Schlecht". Wir sehnen uns nach Dingen, die wir gut finden und verabscheuen solche, die wir schlecht finden. Wir leiden, wenn etwas gutes aus unserem Leben verschwindet und wir leiden, wenn etwas schlechtes in unser Leben kommt.

4. Feststellung:
"Ohne Verlust kein Leid"

Hätten wir keine Maßstäbe, könnten wir nicht bewerten, dann gäbe es keine Trennung und keinen Verlust. Und ohne Verlust wären wir glücklich, es gäbe gar kein Leid mehr. Es gäbe auch keine Ursache mehr, die Leid hervor bringt.


Sie sehen also, dass die Ursache für alles Leid und Unglück in uns selbst liegt. Wir entscheiden, ob uns etwas, jemand oder eine Situation unglücklich macht. Wir entscheiden uns, ob wir Wertmaßstäbe benutzen. Wir entscheiden welche Maßstäbe wir benutzen. Wir laden so das Leid in unser Leben ein oder lassen es sein. Denken Sie ruhig einmal darüber nach. Vielleicht finden Sie einen Fehler in der Gedankenkette, vielleicht haben Sie weitere Anregungen...

11.02.2008. 11:36

Julchen am 31.07.2008. 18:38

Hallo Herr Schley,
ich würde es sehr schön finden, wenn man die Tarot Meine-Legesysteme alle online (vielleicht von mit verschiedenen Tarot-Karten-Decks) spielen könnte.
Liebe Grüße

Richard Schley (Admin) am 19.06.2008. 20:12

Ja, ein interessanter Einwand. Jedoch wodurch entstehen eigentlich Sehsüchte und Wünsche? Sie sind ja eine Bevorzugung gegenüber anderen Ereignissen oder Dingen. Und dieser Bevorzugung muss ja eine Bewertung vorausgehen, sonst könnte man nicht eine Hierarchi festlegen. Aber woher kommt diese Festlegung der Werte? Wer sagt, wonach man sich sehnen soll? Sehnsüchte sind ja nicht "einfach so da"? Oder? Und was die Beeinflussung durch andere angeht kann ich aus eigener Erfahrung sagen: "niemand kann mich beeinflussen, wenn ich es nicht zulasse." Und damit ist nicht unbedingt eine "Kopfentscheidung" gemeint, sondern es hat eher etwas mit "Bewusstsheit" zu tun. Wenn ich das Wechselspiel zwischen mir und z.B. einer unterdrückerischen Person erkennen kann, die einen starken Einfluss auf mich ausübt, wenn ich das wirklich genau sehen kann, was da passiert, dann löst sich dieses Anhängigkeitsverhältnis ganz natürlich auf.

Katia am 19.06.2008. 10:45

Hier wurde meines erachtens der reiner Kopfmensch beschrieben. Es steckt in jedem Menschen eine Seele und ein Herz. D.h. der Mensch hat auch Sehnsüchte und Gefühle, die beeinflussend wirken. Wenn man auch alles steuern kann, so geht es bei Gefühlen und dem Herz nicht und wenn wir uns auf dieser Ebene bewegen, dann merken wir sehr schnell, daß wir nicht alleine entscheiden, daß in diesen Fällen immer eine weitere Person über uns entscheidet und uns beeinflußt ob nun zum positiven oder zum negativen.

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